Start › Folgen › Folge 31

Folge 31 · 18. April 2026 · 31 Min.

ADHS & Reizüberflutung im Alltag (die keiner ernst nimmt)

Es ist nicht immer laut.

Nicht immer Chaos.

Nicht immer offensichtlich.

Manchmal ist Reizüberflutung dieses leise „zu viel“:

Zu viele Gedanken.

Zu viele offene Nachrichten.

Zu viele Erwartungen, die keiner ausspricht – aber trotzdem im Raum stehen.

In dieser Folge spreche ich darüber, wie sich Reizüberflutung bei ADHS im Alltag wirklich anfühlt.

Nicht von außen. Sondern von innen.

Warum selbst „kleine Dinge“ plötzlich zu viel werden.

Warum Menschen, Gespräche und Nachrichten Energie ziehen können, ohne dass man es erklären kann.

Und warum wir oft nicht ernst genommen werden – weil man uns die Überforderung nicht ansieht.

Das hier ist keine perfekte Lösung.

Sondern Verständnis.

Ehrlich. Roh. Ohne Filter.

Vielleicht erkennst du dich wieder.

Vielleicht verstehst du danach jemanden besser.

Oder hörst auf, dich selbst ständig zu hinterfragen.

Du bist nicht zu empfindlich.

Dein System ist einfach anders.

—

Wenn dir die Folge gefällt, freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst und ihn mit Menschen teilst, die sich darin wiederfinden könnten 🫶

Du findest mich auch auf Instagram: angiekoch.de (emotionale Pusteblume)

Für mehr echte Gedanken. Ohne Maske.

→ ADHS→ Overthinking & Gedankenchaos→ Erschöpfung & Überforderung→ Reizüberflutung→ Selbstwert & „zu viel“ sein→ Maskieren→ Gefühle & Emotionen→ ADHS im Alltag
Transkript lesen · 3k Wörter

Automatisch erstellt – kann Hörfehler enthalten. Ein Klick auf eine Zeitmarke spielt die Stelle ab.

Hi, schön, dass du da bist. Heute wird's nicht laut, nicht dramatisch, sondern eher dieses leise überfordern, dieses eigentlich ist alles okay, aber irgendwie ist auch alles zu viel. Wenn du ADHS hast, kennst du das wahrscheinlich. Und wenn nicht, dann darfst du trotzdem gerne bleiben. Vielleicht verstehst du danach jemanden ein bisschen besser oder dich selbst.

Reizüberflutung ist nicht nur zu laut. Und wenn man über Reizüberflutung spricht, denken viele sofort an zu viele Geräusche, zu viele Menschen, zu viel Chaos. Vielleicht aber auch, bei mir ist es so, zu viele Gerüche oder zu viel Lichter. Aber das ist nur die Spitze. Das, worüber kaum jemand spricht, ist dieses Subtile, zu viel. Dieses, wie soll ich sagen, dieses nicht greifbare, nicht wirklich erklärbare.

Ich versuche es trotzdem. Es ist zum Beispiel nicht der laute Raum. Also ist es schon. Aber ich möchte gerne über die andere Art der Reizüberflutung sprechen. Das ist zum Beispiel die Nachricht, die du noch nicht beantwortet hast. Der Blick von jemandem, den du nicht einordnen kannst.

Die Erwartung, die im Raum steht, ohne ausgesprochen zu werden. Und plötzlich, so kein Platz mehr in deinem Kopf. Der ist so überlaufen. Du sitzt dann einfach nur da. Für andere wirkt alles normal. Aber bei uns innen, da ist es, wie ich schon mal beschrieben habe, wenn unser Kopf, also was in unserem Kopf los ist, so ist es innerlich dann auch.

Wie, wie, wie, was weiß ich, 80 Milliarden offene Tabs. Und irgendwo läuft noch Musik und irgendwo ist generell noch irgendwas. Aber du kannst dich selbst nicht mehr finden. Der nächste Punkt sind die Menschen. Menschen sind für mich Reize. Und das klingt auch hart, aber Menschen sind Reize.

Nicht, weil sie falsch sind. Sondern weil unser Nervensystem alles anders filtert. Ich nenne euch ein Beispiel. Ein Gespräch ist nicht einfach nur ein Gespräch. Wenn wir in ein Gespräch gehen, ist es Tonfall analysieren, Körpersprache lesen, zwischen den Zeilen hören, gleichzeitig überlegen, was du antwortest.

Und dabei, dabei versuchen wir einfach normal zu wirken. Und dann sagt jemand, das liebe ich ja, also Ironie, war doch nur ein kurzes Treffen. War doch nur eine kurze Zeit. Ja. Ja, für dich vielleicht. Für mich war es eher wie ein Marathonlauf. Für mich ist das nicht einfach nur ein kurzes Treffen.

Fünf Minuten. Und du bist in diesen Punkten, die ich eben gesagt habe, Tonfall analysieren, Körpersprache, überlegen, was du sagst und, und, und, und. Das ist hart. Das kann, glaube ich, sich jemand, der das nicht hat, kaum vorstellen. Aber das ist wirklich wie ein Marathonlauf.

Und da ist auch das Problem, oder das Problem ist einfach, man sieht es uns nicht an. Man sieht es uns einfach nicht an. Ich glaube auch, einer der größten Reize im Alltag, also neben den Geräuschen und all dieses, sind auch die Erwartungen. Nicht die klaren Erwartungen. Die, die, die kennen wir.

Die sind schon für uns irgendwie, wie soll ich sagen, normal oder entspannt. Entspannt, naja, aber ihr wisst, glaube ich, wie ich das meine. Sondern eher die Unausgesprochenen. Dieses Gefühl von, ich sollte mich melden. Und das ist eins, was mich persönlich immer wieder total belastet.

Ich sollte mich melden. Wisst ihr eigentlich, bei wie vielen Menschen ich mich melden sollte? Möchte. Müsste. Ich schaffe es aber nicht. Ich schaffe es einfach nicht, immer wieder mich irgendwo zu melden. Weil, das sind ja Reize schon mal. Aber dann kommen ja noch die anderen Reize.

Dann kommen noch die ganzen, ich sage jetzt mal in Anführungsstrichen, Verpflichtungen, die man so am Tag hat. Und ich weiß nicht, wie das andere machen. Aber ich habe, während ich gerade sage, ich sollte mich melden, habe ich ganz viele Menschen im Kopf und auch bildlich gerade vor Augen, wo ich mich auch gerne melden möchte. Ja, aber einfach die Kraft fehlt. Ja, jetzt könnt ihr sagen, du nimmst ja gerade einen Podcast auf.

Du könntest dich ja gerade bei den Menschen melden. Hättest ja theoretisch jetzt die Zeit. Vielleicht auch die Kraft, weil du nimmst ja den Podcast auf. Ja, also falls man das jetzt so einwerfen mag, ich komme da gleich zu, was ich hinter, ich sollte mich melden. Ich hoffe, ich vergesse es nicht und finde den Faden, da gleich nochmal was zu sagen.

Aber auch, warum nehme ich den Podcast zum Beispiel auf, anstatt jetzt Nachrichten zu beantworten? Das ist, weil das meine Art ist, damit umzugehen. Das ist mein Safe Place hier. Deswegen auch eine ganz andere Art des Podcasts, vielleicht wie andere das machen, gerade was ADHS-Aufklärung ist. Und ich liebe die anderen, wie die aufklären und feiere jeden und reposte total gerne und alles.

Aber hier, das hier ist mein Safe Place und vielen von euch mittlerweile auch. Und dafür gerade nochmal danke, danke, danke, wie viele Nachrichten ich immer bekomme. Und dass sie sich hier gesehen fühlen oder sich hier wohlfühlen und verstanden fühlen. Und das gibt mir auch diesen Raum, ich zu sein. Und dann einfach mal, und wenn es jammern ist, zu jammern oder einfach mal die Gedanken rauszureden.

Das hilft so sehr. Und ja, dann kann es sein, dass ich, wie jetzt, ich sollte mich melden, vielleicht den Podcast aufnehme, anstatt die Nachrichten zu beantworten. Und Leute, ich habe so viele Nachrichten noch. Oder so viele Menschen, wo ich mich gerne melden möchte. Aber es gibt halt Tage, da denkst du zwar dran, aber das ist so, als würde jemand auf dir sitzen.

Und du kannst nicht, du kannst einfach nicht, weil da so viele Erwartungen dahinter sind. Und da gehe ich jetzt auch gleich drauf ein. Und das ist so, als würde ich sagen, wenn ich mich gerne melden möchte, Aber diese unausgesprochene Erwartung ist ja nicht nur, ich sollte mich melden, das ist so ein Hauptpunkt für mich, sondern auch, ich sollte funktionieren. Und ich weiß, ich hasse dieses Wort zu funktionieren, aber es ist halt leider ganz oft so, dass man funktioniert. Das ist wie, ich sollte auch nicht zu empfindlich sein.

Ich weiß. Aber setz das mal um. Sag mal dir selbst, sei nicht so empfindlich. Ich glaube, das haben ja alle genügend gehört in unserem Leben. Und auch die unausgesprochene Erwartung, ich sollte das hinkriegen, weil andere kriegen das doch auch hin. Dieses ständige, ich sollte, das ist wie, ich muss.

Und das wollten wir ja eigentlich, wollten wir ja sehr gerne umwandeln in, ich möchte. Aber es gibt halt auch, ich muss oder ich sollte. Das ist wie so ein Hintergrundrauschen, das nie ausgeht. Jetzt fragt ihr euch, wie kommt ihr auf Hintergrundrauschen, was nie ausgeht? Jetzt Achtung, ich sitze hier auf meiner Couch, nehme gerade gemütlich auf.

Und mein Blick schweift hoch zu der Bowl, so eine Air Bowl. Und, weiß nicht, vielleicht hat der eine oder andere diese Bowl auch. Und wenn das Wasser so fast leer ist, dann wird die lauter. Das macht mich gerade ganz kirre. Ich glaube, ich sollte mal das Wasser wechseln. Weil dieses Rauschen ist für mich gerade eine Reizüberflutung.

Das macht mich gerade ganz nervös. Aber da ist ja eine riesen Mammutaufgabe dahinter. Ihr kennt das wahrscheinlich. Andere würden jetzt wahrscheinlich sagen, ja, da geht man und tauscht das aus. Und, ja, für diese Menschen mag das so sein. Meins ist jetzt eher so. Also erstmal muss ich sagen, klein Angie, ich bin ja nicht groß.

Klein Angie war der Meinung, dass die Air Bowl oben auf dem Billiregal ganz toll oben aussieht. Oben, Angie klein, Billiregal hoch. Alles ist für mich hoch, aber Billiregal hoch. Warum stelle ich das so oben hin? Nur weil es gut aussieht. Können sie auch jetzt runterstellen, aber mach ich nicht.

Auf jeden Fall müsste ich erst in die Küche laufen, mir einen Stuhl holen. Und diesen Stuhl müsste ich dann hier rüber tragen. Dann müsste ich auf diesen Stuhl klettern, was wiederum total lustig ist, weil die Gefahr einfach ist, dass ich damit umkippen könnte, schon wieder irgendwie mich kickt. Aber egal. Dann muss ich mich trotzdem noch strecken, weil der Stuhl reicht nicht.

Strecken. Müsste diesen Deckel abmachen. Müsste dieses Teil halt nehmen. Dann müsste ich dann den Stuhl wieder runter. Dann müsste ich in die Küche. Dann müsste ich das erst sauber machen. Dann müsste ich wieder frisches Wasser reinmachen. Dann habe ich diese Düfte. Für diesen Air Bowl habe ich natürlich ein Bad.

Also müsste ich wieder ins Bad laufen. Müsste dann diesen Duft holen. Müsste wieder in die Küche zurücklaufen. Müsste es reinmachen. Das andere wieder zumachen. Wieder zurück ins Bad bringen. Müsste mit diesem Schüsselgedöns da wieder ins Wohnzimmer laufen. Auf den Stuhl klettern.

Hochklettern. Ach Leute, wisst ihr, was ich meine? So ist unser Gedankengang. Aus einer kleinen Aufgabe ist für uns eine Riesenaufgabe geworden. Und zack ist das für uns eine Überflutung, eine Überforderung der Aufgabe. Es gibt Tage, da läuft das wunderbar. Da macht man das. Es gibt Tage, wie jetzt, wo ich diese Aufgaben in Schritte genauso sehe.

Aber gut, das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen, aber Hinterkundrauschen. Ja. Und irgendwann weißt du auch gar nicht mehr, was will ich eigentlich und was erfülle ich nur, damit es für andere passt. Ich komme nochmal zurück zu den Handynachrichten. Ich glaube, dass, bevor ich es doch vergesse, ich glaube, wir unterschätzen komplett, was Nachrichten mit uns machen.

Dieses kleine Aufleuchten vom Handy, dieses WhatsApp-Zeichen oder was ihr alles eingestellt habt. Ich habe überwiegend alles ausgestellt. Instagram weiß ich nicht alles. Es ist kein neutrales Ereignis oder Zeichen. Es ist eher so eine Erwartung, weil es kann ja sein, es erwartet jemand.

Also eine Erwartung zum Beispiel, ich antworte oder lese überhaupt erst mal. Oder es verbindet sich ja auch mit gegebenenfalls einer Entscheidung, einer Entscheidung treffen. Jetzt nochmal ein Beispiel, hast du heute Zeit? Ja, weiß ich nicht. Oh Gott, da habe ich heute Zeit. Theoretisch hätte ich Zeit, aber ich muss noch das und das machen und das und das.

Und eigentlich habe ich Zeit oder habe ich nicht Zeit? Eigentlich hast du überhaupt keine Zeit, aber du willst ja nicht schon wieder diejenige sein, die sagt, sie hat keine Zeit. Also musst du irgendwie das einbauen, weil Priorität. Es könnte aber auch ein möglicher Konflikt sein, was bei mir ganz oft ist mit. Warum meldest du dich nicht?

Ja, aber bei Instagram hast du doch auch in der Story was gepostet, aber mir nicht antworten. Nur mal so zum Beispiel. Es könnte aber auch sein, ich muss reagieren. Es ist dringend. Ich glaube, ihr weißt, was ich meine. Und wenn du ADHS hast, dann bleibt das auch nicht einfach liegen.

Es bleibt offen. Im Kopf. Und nicht nur im Kopf. Auch im Körper. Du liest eine Nachricht. Antwortest nicht sofort. Und plötzlich ist sie überall. Während du isst. Während du trinkst. Während du duscht. Und auch, während du versuchst zu schlafen. Und nicht, weil du dramatisch bist.

Nee. Sondern weil dein System nicht einfach abschaltet. Du kannst nicht abschalten. Du weißt immer, da ist noch Nachrichten. Das sind noch Nachrichten. Habe ich noch nicht gelesen oder habe ich gelesen, habe ich nicht geantwortet. Weil die Kraft nicht mehr gereicht hat. Weil ich gerade komplett überflutet bin.

Und da ist es wieder nicht nur von den, ich sage jetzt mal, die überwiegenden Reize, die wir ja generell haben. Sondern auch diese kleinen, die ich hier gerade sage, das sind auch Reize. Ganz viele sogar. Und dann sind da noch deine eigenen Gedanken. Die meisten Menschen haben Gedanken.

Wir haben Gedanken mit Echo, mit Lautstärke und Gedanken, die sich einfach gegenseitig überholen, überschlagen. Ich sage auch immer ganz gerne, wie ein ICE, der durch meinen Kopf rast, mit voller Geschwindigkeit. Es ist ja dieses, du denkst nicht nur, ich muss noch einkaufen. Du denkst, ich muss noch einkaufen. Und dann habe ich noch genug Geld.

Habe ich gestern schon so viel ausgegeben. Ich sollte sparen. Warum kriege ich mein Leben nicht besser hin? Ich bin unorganisiert. Ich wollte doch heute anders sein. Und, und, und, und. Und dann zu den, ne, mit dem Einkaufen von wegen, ich muss ja noch dann eine Liste schreiben.

Eine Liste, muss ich aber erst mal gucken, was ich alles noch habe und was ich nicht habe. Was koche ich überhaupt? Was brauche ich überhaupt? Und, und, und, und, und, und, und. Ich glaube, ich brauche das, ich könnte das jetzt, aber dann würde die Folge ewig lange dauern. Oder ich würde meine Redegeschwindigkeit ums Dreifahren verdreifahren.

Ihr wisst schon. Ja. Und zack, bist du emotional erschöpft. Von einem Gedanken, der eigentlich so... Super. Von einem Gedanken. Ich glaube, ich würde mich wirklich sehr interessieren. Von einem Gedanken. Und, und, und, und, und. Und, und, und, und, und, und. banal angefangen hat. Wie eben mit der Bowl, mit meiner Air Bowl. Und wisst ihr, jetzt kommt der Punkt, der wehtut, weil das alles von außen nicht sichtbar ist. Du liegst auf der Couch und da könnte jemand denken, die entspannt sich. Man könnte wirklich denken, ach guck mal, liegt auf der Couch und entspannt sich. Aber die Wahrheit ist, in mir oder vielleicht auch in euch, da ist Druck, Unruhe, Überforderung und da auch Schuldgefühle. Und wenn du versuchst, es vielleicht sogar zu erklären, kommt, dann mach halt weniger. Wie viel weniger denn noch? Wir denken ja eh schon, wir machen nichts. Dabei machen wir so viel, was wir gar nicht sehen. Wir leisten jeden Tag verdammt viel. Für das, was mit uns los ist. Oder stell dich nicht so an. Andere schaffen das doch auch. Und dieser Satz, andere schaffen das doch auch, ist bei mir so tief verankert gewesen. Ich arbeite da so stark dran und ich bin auch echt stolz auf mich, dass ich das mittlerweile richtig, richtig gut hinbekomme. Aber trotzdem ist dann, auch wenn ich das habe, liege ich da und sage mir dann, aber die anderen schaffen das doch auch. Ich versuche mir das mittlerweile als Motivation irgendwie schön zu reden. Aber es ist, es ist doch was negativ Behaftetes dahinter, wenn wir so das uns sagen oder vielleicht auch gesagt bekommen. Und das sind die Momente, wo du dann da sitzt oder liegst und du dir einfach nur noch denkst, ich würde so gern normal funktionieren. Ich will das doch gar nicht extra kompliziert machen. Aber dein oder unser System, das läuft einfach anders. Reizüberflutung ist nicht immer ein Zusammenbruch. Manchmal ist es Stillstand. Einfach Stillstand. Du starrst aufs Handy. Du willst aufstehen. Du willst anfangen. Du kannst nicht. Du kannst einfach nicht mehr. Und das ist keine Lust. Das ist, wenn dein Nervensystem einfach nur noch sagt, zu viel. Ich mache jetzt hier zu. Geht nichts mehr. Aus die Maus. Gleichzeitig kommt natürlich dann wieder diese Stimme. Du bist faul. Nein, du bist nicht faul. Du bist einfach nur komplett überladen, Reizüberflutet. Ich kann euch jetzt ein, zwei Punkte geben, die helfen. Und nein, ich sage jetzt nicht.

Mach einfach weniger. Oder plan besser. Oh, liebe ich ja, ne? Plan besser. Oder meditiere jeden Tag. Ja, habe ich auch versucht. Es ist, deswegen sage ich es. Ich habe auch ganz viel schon versucht, wo ich gedacht habe, ja, man muss ja auch erst mal ausprobieren, um zu wissen, ob es funktioniert.

Also ich kann euch sagen, natürlich sind Pläne machen immer ganz gut. Sofern sie so sind, dass sie nicht gleich wieder überfordern. Und mit dem Meditieren jeden Tag zum Beispiel, das kann wirklich helfen. Einfach, um ein bisschen Ruhe zu kriegen. Aber, wenn es so einfach wäre, würdest du es längst tun.

Ich sage euch, was eher hilft. Erkennen. Einfach erkennen. Hinschauen. Erkennen zu merken, ich bin gerade, ich bin auch kaputt, um Gottes Willen, aber ich bin überreizt. Und dann einfach zu schauen, die Reize zu reduzieren. Und damit meine ich nicht dich selbst, sondern wie ich jetzt gleich diese Bowl ausmachen werde.

Du kannst gucken, dass du dir bewusst Pausen einbaust, bevor es eskaliert. Jetzt kommt mein Liebling, mein Lieblingswort, was auch ich immer noch lerne. Und ich muss sagen, das ist wirklich üben, üben, üben. Grenzen setzen. Selbst wenn es sich falsch anfühlt. Wenn wir jetzt auf die Nachrichten nochmal gehen, du musst sie nicht sofort lesen und beantworten.

Auch wenn es schwer ist. Aber weißt du, was der wichtigste Punkt ist? Finde ich. Aufhören, dich dafür zu verurteilen und dich anerkennen, wie du bist. Das ist für mich der wichtigste Punkt. Und deswegen bin ich auch dafür, ich weiß, man sagt immer, es ist ja egal, ob du eine Diagnose hast oder nicht.

Ja, das stimmt. Das ist richtig. Ich finde aber, wenn man, wie ich jetzt oder vielleicht auch einige von euch im Erwachsenenalter die Diagnose erst bekommen hat, es ist schön, sich endlich mal selbst kennenzulernen und zu wissen, wie ticke ich eigentlich? Warum ticke ich so? Und dann finde ich, es ist leichter, vieles anzuerkennen und zu akzeptieren.

Und gegebenenfalls an Punkten, wo man sagt, wo ich zum Beispiel gesagt habe, hey, ja, cool, aber das mag von meinem ADHS sein, ich möchte aber da irgendwie ein Stück weit ein bisschen dran arbeiten. Und dann tue ich das. Aber ich verurteile mich nicht mehr, sondern ich habe mich anerkannt, so wie ich bin.

Ich glaube, was am meisten wehtut, ist nicht die Reizüberflutung selbst, sondern das Gefühl, dass dich keiner wirklich sieht, dass du funktionierst, irgendwie, aber innerlich ständig am Kämpfen bist und dass du dir selbst nicht mehr glaubst, wenn du sagst, es ist mir zu viel. Wenn du dich hier wiedergefunden hast, du bist nicht allein, wirklich nicht. Ich liebe dich jetzt, ich liebe dich, du bist nicht mehr. Ich liebe dich, du bist nicht mehr. Dein Nervensystem ist auch nicht falsch. Es ist nur schneller, offener, durchlässiger und vielleicht geht es auch gar nicht darum, weniger zu fühlen, sondern besser zu verstehen, was da eigentlich in dir passiert.

Pass heute ein bisschen auf dich auf. Nicht perfekt, ein bisschen. Und wenn du magst, freue ich mich auf die nächsten Folgen und Kommentare, Nachrichten und das Folgen hier auf dem Spotify-Kanal. Und wenn du magst, kannst du auch über zu Instagram kommen. Das verlinke ich alles in der Caption. Bis zur nächsten Folge von meiner Gedankenkotze.

Du willst da nicht allein durch?

Angie begleitet Menschen mit ADHS, Hochsensibilität und intensivem Erleben persönlich – ehrlich, nah und ohne Perfektionsdruck.

Erstgespräch mit Angie

Passende Folgen

Folge 32 · 24. April 2026 · 23 Min.

ADHS & Finanzen – Impulskäufe, Dopamin & Schuldgefühle

ADHS & Finanzen – oder eher: ADHS & emotionale Impulskäufe. In dieser Folge spreche ich darüber, warum Geld für viele mit ADHS…

Folge 30 · 5. April 2026 · 26 Min.

ADHS & Müdigkeit – warum wir ständig erschöpft sind

ADHS und Müdigkeit – warum wir ständig erschöpft sind Viele Menschen verbinden ADHS mit Hyperaktivität, Energie und ständigem…

Folge 33 · 1. Mai 2026 · 18 Min.

ADHS & Eifersucht – warum du dich so extrem fühlst

„Ich habe keine Angst, dass du mich betrügst… ich habe Angst, dass jemand besser ist als ich.“ Wenn dich dieser Satz trifft,…

Neu · Folge 46Selbstreflexion oder Selbstzerlegung? – Wenn du dich selbst zu sehr hinterfragst
▶ Anhören